Eine Konferenz für Frauen? Ein Selbstversuch.

Knapp 1’000 Frauen sitzen in einem grossen Saal im RAI Konferenz-Zentrum in Amsterdam an der European Women in Tech Konferenz. Den meisten der vereinzelt anwesenden Männern ist es ganz offensichtlich unwohl. Ich schmunzle ein wenig. Bei allen bisher von mir besuchten Tech-Konferenzen war das Verhältnis genau umgekehrt. Männerdomäne halt. Ich selber habe auch etwas gemischte Gefühle. Ob das gut geht mit so vielen Frauen auf einem Haufen?
Eröffnungsrede und Inspirationsreferat. Das Format des Events wird erklärt: Es gibt einen Inspiration Track im Plenum und einen Workshop- sowie einen Tech-Track in kleineren Gruppenräumen.

Ich mache mich auf, um im Hands-on-Workshop mit Christine Gerpheide von Amazon Webservices einen Chatbot mit Lex zu bauen. Mega coole Sache, dass sie ein sehr technisches Thema so einfach, sympathisch und auch für Nicht-Programmiererinnen (aber natürlich technisch versierte Frauen) erklären kann! Innerhalb einer Stunde habe ich die Basics verstanden und mein rudimentärer Bot zum Bestellen von Blumen (sunflowers, roses, tulips and dasies) ist up and running. Weiter geht’s in spannende Sessions mit den aktuellen Themen wie Holocracy, Mythen und Wahrheiten über Big Data, New Kid on the Block(chain). Im Plenum gibt’s die für mich persönlich ausgelaugten Klassiker wie Projekte in der digitalen Transformation, interdisziplinäre Teamzusammensetzung und CVs von sehr erfolgreichen Frauen in Führungspositionen. Alle Big Player sind hier, was mich sehr fasziniert: Microsoft, Uber, ebay, booking.com, Yelp, Volvo, Adidas, ING, elastic, Groupon, Tomtom und viele mehr. Zwischen den Sessions schlendert man durch Marktstände dieser namhaften Firmen, wo ich ganz einfach ins Gespräch komme. Ich trinke einen Espresso Macchiato bei Amazon und spreche mit Lisa, die für ein NGO Software entwickelt. Die Tasche mit den Giveaways ist schnell voll: Ein Splunk Shirt, eine Google Tasse und unzählige Spotify Stickers landen neben der Philipps Trinkflasche… Aber noch viel wichtiger: Fast alle Firmen wollen mich in Talentpools und Jobscouting Platforms aufnehmen!

Am Stand der IT-Diamonds, einer Jobvermittlungsfirma nur für Frauen in technischen Berufen, erfahre ich Spannendes von Sherry-Ann: Das Geschäft boomt – nicht nur in Holland – eine Expansion in weitere europäische Länder ist bereits angelaufen. Eigentlich spannend, dass in der Schweiz noch niemand auf die Idee gekommen ist! Ich tausche Email-Adressen hier und da und am Ende der Konferenz zähle ich einige LinkedIn Kontakte mehr auf meinem Profil. Nach einem halben Tag Sightseeing und der Heimreise habe ich bereits 5 Mails in der Inbox von den neuen Kontakten.
Mein Fazit zu European Women In Tech: Hochkarätige Konferenz, breites und zugleich tiefes, abwechslungsreiches Programm. Viele Experten und namhafte Firmen, die etwas zu erzählen und zu bieten haben. Preis-Leistung ist top, einfache und schnelle Anreise. Netzwerken und Kontakte (auch für nach der Konferenz) zu knüpfen läuft. Noch nie habe ich so viele Jobangebote und Möglichkeiten an einer Stelle angetroffen. Leider waren die Group Sessions der Tech- und Workshoptracks am zweiten Tag überfüllt und viele hatten keinen Zugang mehr. Das will der Veranstalter aber im nächsten Jahr ändern. Übrigens: Es war sehr angenehm, in dieser grossen Menge Frauen. Meine anfänglichen Zweifel sind schnell verflogen, weil viele coole Frauen da waren. Und sogar die Männer sind bis am Schluss geblieben. Ich werde wieder teilnehmen!

Willst du mehr über die einzelnen Sessions und das Programm wissen oder hast du Fragen? Schick mir eine Mail und ich lasse dir die recorded sessions zukommen. Weitere Infos zur vergangenen und den nächsten Confs findest du auf der Webseite oder unter #WinTechSeries #WomenInTech @MaddoxWinSeries

Monika Blaser kommt zu WST Bern

monika

Sie wollte immer Floristin werden. Doch kurz vor dem Unterzeichnen des Lehrvertrages wurde bei ihr eine Pollenallergie festgestellt – zum Glück, wie man heute sagen kann, sonst wäre sie nie in der spannenden IT-Welt gelandet. Nach der KV-Lehre gelang der Direkteinstieg in den EDV-Support in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Über diverse Weiterbildungen führte ihr Weg von der Applikations- und Systembetreuerin beim Kanton zu den Datenbanken im Energiesektor. Im Team wie auch an Ausbildungen war sie meistens die einzige Frau, was sie nie störte. Im Gegenteil – die Männer schätzten ihre Ansichten und als Teamleiterin wurde sie respektiert. Über Diversität und Frauen in der Technik hat sie sich nie gross Gedanken gemacht. Bis zum Tag, als nach einer Reorganisation einer ihrer Mitarbeiter kündigte, mit der Begründung, dass er keine Frau als Chefin akzeptieren könne. Da lernte sie WeShapeTech kennen. Besonders das Netzwerk sowie die kleinen konkreten Beispiele, die man für Alltagssituationen lernt, schätzt sie sehr. Als Wirtschaftsinformatikerin FH und mit 15 Jahren Informatik Erfahrung, arbeitet sie aktuell bei einem Finanzdienstleister im Innovationsteam. Um erfolgreich neue, innovative Geschäftsideen zu generieren, sind verschiedene Meinungen, Charaktere und Erfahrungen enorm wertvoll. Deshalb haben alle vom Team einen unterschiedlichen Background. In ihrer Freizeit ist sie Tauchlehrerin und reist leidenschaftlich gern.

Monika Blaser hat We Shape Tech bei der Organisation vom Event «Lebenswege» unterstützt und wird sich zukünftig als Vorstandsmitglied von We Shape Tech Bern weiter für das Netzwerk engagieren! Wir freuen uns sehr darüber und heissen Monika herzlich willkommen in unserem Vorstand!