WST BERN «Leistung & Sport» – Recap

 

ein Erfahrungsbericht von Dominique Wirth

«Leistung & Sport» – das Motto des dritten Events von We Shape Tech, an dem ich teilnehme. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Sicher wird es ganz anders als etwa an dem Abend zum Thema «Passion» oder am Sommerevent, wo wir uns als Barkeeper versuchen durften. Auch Vorstandsmitglied Brigitte Hulliger sagt bei der Begrüssung: «So einen Anlass hat es bei We Shape Tech noch nie gegeben!»

Ich finde, gerade deswegen passt das Thema so gut hier her. Klar, We Shape Tech ist ein Netzwerk für Frauen in der IT Branche. Aber eben nicht nur: Männer sind willkommene Eventteilnehmer und es dreht sich auch nicht immer alles um IT. We Shape Tech will Diversität fördern. Warum nicht auch bei der Wahl des Mottos? Es funktioniert: Neben bekannten Gesichtern lockt das Thema viele Neugierige, die zum ersten mal an einem WST-Event dabei sind, in die Cafeteria der DV Bern AG.

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Nach Brigitte begrüsst uns Xaver Weibel im Namen der DV Bern, dem Host und Sponsor des heutigen Abends. Als Xaver sich vorstellt wird klar, wie es zum heutigen Motto gekommen ist: Er ist einerseits als Mitglied der Geschäftsleitung der DV Bern ein IT Mensch, andererseits aber auch ein leidenschaftlicher Sportler. Besonders der Stabhochsprung hat ihn schon früh fasziniert. Xaver erzählt uns, wie er die Entwicklung dieses Sports von der «Männer-Sache» zu einer populären Sportart für Frauen miterlebt hat. Stabhochsprung ist übrigens erst seit 2000 eine olympische Disziplin für Frauen. Wer sich schon so lange für diesen Sport interessiert wie Xaver, kommt nicht umhin, die Karriere des heutigen Gastes mitzuverfolgen: Nicole Büchler hält mit 4.78 Meter den Schweizer Rekord im Stabhochsprung und wurde bereits drei Mal zur Schweizer Leichtathletin des Jahres gewählt.

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Wir kommen zum Hauptprogrammpunkt des heutigen Abends und zwei junge Frauen mit völlig unterschiedlichen Lebensentwürfen stehen nun im Mittelpunkt: Nicole, die Leistungssportlerin, Trainerin und werdende Mami stellt sich den Fragen von Brigitte, Unternehmerin in der IT und Vorstandsmitglied von We Shape Tech Bern. Genau so verschieden wie die Beiden waren wohl auch die Motive der Besucher, an diesem WST-Event teilzunehmen. Aber ob man nun trotz oder gerade wegen des Themas «Sport» gekommen ist: Das locker und witzig geführte Gespräch, die Fragen aus den verschiedensten Themenbereichen und die ausgesprochen sympathische Art von Nicole zieht alle Anwesenden sofort in den Bann.

Nach Gemeinsamkeiten muss man eben doch nicht lange suchen. Und auch wenn ich selbst mit dem Leistungssport nichts am Hut habe: Ich erkenne mich in vielen Situationen wieder, von denen Nicole erzählt.

Zum Beispiel die Beschreibung der ersten Kontakte und Versuche im Stabhochsprung erinnern mich an eigene Erlebnisse. Wie etwas Neues mein Interesse weckt und ich das lernen möchte. Ich aber dann erstmal wie der Esel am Berg stehe und in kleinen Schritten und mit Beharrlichkeit an eine neue Herausforderung herangehen muss.

Wenn Nicole erzählt, wie es ist, die eigene Trainerin zu sein, erkennen sich sicher viele der Anwesenden wieder. Die Freude über gewonnene Selbstständigkeit und Freiheit kann schnell von Unsicherheiten verdrängt werden. Bin ich auf dem richtigen Weg? Mache ich Fehler, die ich selbst nicht erkenne? Diese Zweifel kennen sicher viele von uns. Und leider können wir nicht immer gut damit umgehen. Aber Nicole fasziniert mit ihrer gelassenen und ruhigen Art, Unbekanntes auf sich zukommen zu lassen, positiv und mutig zu bleiben. Davon will ich mich inspirieren lassen und ich werde sicher oft an den heutigen Abend denken, wenn ich eine Portion Mut oder Gelassenheit gebrauchen kann!

Brigitte ist mit ihren Fragen durch, aber die Gäste wollen auch noch alles Mögliche von Nicole wissen. Offensichtlich bin ich nicht die Einzige, die von Nicoles Gelassenheit beeindruckt ist: Jemand fragt, ob denn ihr Mann auch so entspannt dem Unbekannten entgegenschaue?

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Auch die «Techies» im Publikum haben Fragen. Ob Nicole sich schon einmal überlegt habe, die Technik beim Sport mit technischen Mitteln zu analysieren? «Ja, auf jeden Fall! Leider ist unsere Sportart zu unpopulär, als dass in diesem Bereich viel investiert wird», «Ach, da kann man auch ganz einfache Sachen machen….». Vielleicht wurde dieses spannende Thema später vertieft? Das Apéro im Anschluss bot sicherlich die ideale Gelegenheit, um solche Ideen zu besprechen.

 

Ich selber freue mich, bekannte Gesichter von früheren Anlässen wieder zu sehen und neue Kontakte zu knüpfen. Ganz im Sinne der Diversität plaudere ich mit verschiedenen Menschen über verschiedene Themen und lasse bei einem Glas Weisswein und vielen leckeren Häppchen (merci DV Bern) den Abend ausklingen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen inspirierenden Event möglich gemacht haben! Ich bin gespannt, was mich am nächsten WST-Event in Bern erwartet!

WST Bern «Pitch yourself» – Recap

 

«Jetzt erst Recht!» – diese Aussage begleitete mich bei unserem «Pitch yourself» Event in Bern von der Organisation bis zur Durchführung…

WST 27.07.2018 Recap «Pitch yourself»

Ich gebe es zu, es war ein bisschen ein Risiko unseren Event am 27. Juni durchzuführen. Mir als WM-Muffel war’s ja erst eigentlich gar nicht so bewusst, dass da die Schweiz gegen Costa-Rica spielt. Als aber der erste Coach abgesprungen ist mit der Aussage «da chunnt itz niemer, a dä Event! Da muesch Schutte luege!» hatte ich zwischenzeitlich schon ein etwas mulmiges Gefühl.

«JETZT ERST RECHT…» haben wir uns aber gedacht und unser Programm ein klein wenig angepasst. So hat’s diesmal als Apéro Bier und Bratwurst gegeben, und für die WM-Fans ein Public Viewing. Way to go with Clichés, nicht?

Und ich nehm’s gleich vorab: Es hat sich gelohnt, und der Event war toll!

Ein Blick zurück.

Es ist etwa 30 Grad, perfektes Wetter, ausverkauft mit 50 Anmeldungen, die Coaches gebrieft und ready, und die Türöffnung steht kurz bevor. Fabienne Bürkli, unsere Speakerin für den Abend ist schon ganz schön nervös – ja, auch Pitching Experten sind nervös vor Vorträgen. Ich find’s sympathisch! Und mit einem «Schuum»-Bier ist sie dann schon sehr viel lockerer. Es kann losgehen.

Beim Empfang können sich die TeilnehmerInnen gleich als WM-Fan outen. Zu den Namensschilder gibt’s Panini. Und damit sich die WM-Muffel nicht so verloren vorkommen, gibt’s für die einen Anonymous Kleber.

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Nach einer ersten Erfrischung und ein paar Snacks geht’s dann mit dem offiziellen Teil los. Monika (@mon_blaser) eröffnet das Programm und Laura Kieser von der APP Unternehmensberatung AG erzählt uns etwas über Frauen in der Beratung – wir lernen: das geht übrigens sehr gut!

Dann übernimmt Fabienne Bürkli: Alle haben schon gespannt darauf gewartet. Wie kann man sich denn eigentlich gut verkaufen? Was ist dieses Pitching? Und wozu kann man das denn brauchen? Gibt’s denn da auch ein paar Tipps und Tricks, wie man das machen kann? Fragen über Fragen – und sie hat auf alles eine Antwort. Einfach zusammengefasst in einem CheatSheet.

«Stell dir einmal vor… du bist in einem Lift mit deiner Chefin. Du hast eigentlich schon lange eine geniale Idee für die Firma, brauchst aber ein bisschen Zeit oder Geld dafür. Du hast 30 Sekunden Zeit (bis der Lift auf ihrem Stockwerk ankommt), um deiner Chefin deine Idee schmackhaft zu machen», fängt Fabienne an und erklärt dann, dass ein Elevator Pitch immer aus einem Hook, einem Core und einem Close besteht. Hat man etwas mehr als 30 Sekunden Zeit, so empfiehlt sich die NABC Methode für die Strukturierung vom Core.

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Pitchen könne man überall gebrauchen, erklärt sie, nicht nur um die Chefin zu überzeugen, sondern auch mal um den Partner zuhause zu überzeugen, dass man Fussball schauen möchte und nicht Germany’s Next Top Model, sagt sie mit einem Augenzwinkern ;-).

Auch für sie als alter Hase im Pitching ist es aber nicht immer ganz einfach… «Pitchen ist ambivalent… es ist nötig und bringt sehr viel, aber eigentlich mag ich es nicht. Aber ich sag mir dann jeweils: JETZT ERST RECHT!».

Sie gibt auch noch ein paar Tipps, was man gegen die Nervosität tun kann und zeigt’s dann auch gleich vor. Die Atemübungen aus ihrem Gesangsunterricht in den Jugendjahren kommen ihr hier gelegen.

Theorie ist gut und recht… aber wir wissen es alle: Übung macht den Meister. Nach der Einführung von Fabienne können sich drum die TeilnehmerInnen in Gruppen aufteilen und zu verschiedenen Themen das Pitching üben. Die Themen sind so vielseitig wie die Gruppen: «Me, Myself and I» für die, die sich selber verkaufen möchten, «Fussball – ja oder nein?» für alle, die den nächsten Abend eben WM gucken möchten, oder doch lieber Germany’s Next Top Model? «Meine Idee» für die, die eine Idee haben, aber nicht wissen, wie sie die verkaufen sollen und last but not least «Freizeit», für die, die zuhause die Familie noch überzeugen müssen für ihre beste Ferien Idee.

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Jede Gruppe erhält einen Coach zugeteilt – und dann wird gepitched was das Zeug hält. Alle kommen mal dran. Ich höre so viele tolle Ideen in einer so kurzen Zeit: Von der Ankleidekabine in Post Filialen (Ja, ich will meine Zalando Päckli gleich auspacken und was nicht passt direkt zurückschicken!) über gemeinschaftliches Urban Gardening auf der Dachterrasse (nachhaltig, günstig und fördert den nachbarschaftlichen Zusammenhalt) bis hin zum Surf-Urlaub, um nur ein paar Ideen zu erwähnen. Ich bin total begeistert.

Der «offizielle» Teil neigt sich langsam dem Ende zu – und ja, es ist auch schon bald 8 Uhr und das WM-Spiel beginnt. Während Monika die Meute zusammentrommelt und die nächsten Events ankündet mache ich mich auf den Weg auf die Dachterrasse und heize schon mal den Grill ein und unsere anderen fleissigen HelferInnen bauen das reichhaltige Salatbuffet auf. Es gibt Bratwürste (mit Chili oder Curry oder Tomaten oder …) und leckeres Bier.

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Das Apéro ist eröffnet! Die WM-Begeisterten gucken sich das Spiel an, während die anderen den Sommerabend auf der Dachterrasse geniessen, ihr Netzwerk pflegen und einige sogar weiter ihre Pitches üben.

«JETZT ERST RECHT!» war ein guter Ratgeber und ich bin froh, haben wir uns nicht verleiten lassen, den Event zu verschieben. Das Spiel (so hat man mir gesagt) ist 2:2 ausgegangen, somit ist die Schweiz in den Achtelfinals der WM – das «i-Tüpfli» des Abends. Ich freue mich auf den nächsten Event!

Vielen lieben Dank an APP und die zahlreichen Coaches und HelferInnen. Ohne euch wär’s nicht möglich gewesen!

NICOLE GRAU

 

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Every month, we ask one individual in our network a few questions about their way into tech, their motivation and their lessons learned.

This month role model is Nicole Grau. She is an Application Manager for public services and is currently responsible for an application for about 400’000 users.

What valuable advice did you get from your parents?
I am the oldest of 4 daughters and my parents always taught us, that we have to work hard in order to get something accomplished. I kept that in mind and I always search for new challenges. Said that, I have to admit, I haven’t always been working in tech but started my career as a front desk employee. Some day I got offered a job in IT with the possibility to develop my skills in that department and I just couldn’t say no, knowing that I would have to work hard in order to get somewhere 🙂

What aspects of your work are you proudest of?
With my background outside of IT I think I am one of those tech people that never forget that there are people affected with all changes that are made in software. I am proud that even in that technical environment I never forget the people behind and affected by it.

What drives you at work?
I like the fact that I always learn something new in my job. That get’s me up in the morning, knowing that every day brings something different. It never gets boring.

What has been the toughest challenge you faced while working?
When I started working in IT I had the assumption that software is «finished» someday. But working with it every day now I figured out, that I was wrong. At least in my environment, the development of the bigger systems are never finished. There are always some changes that have to be made.

What advice would you give other women?
Every (technical) development that is done working begins to become outdated on the day of its’ completion. As a women in tech you can influence the development and bring other views into a male dominated environment.

WST Bern «Future@Work»

ein Erfahrungsbericht von Murielle de Roche, Helferin am «future@work» Event vom 27.04.2018 bei der Swisscom

Es ist Mittwoch, 17:30 Uhr und ich treffe etwas gehetzt im BrainGym der Swisscom an der Genfergasse ein. Eigentlich wollte ich doch früher da sein, da ich mich zum Helfen als «Mädchen für alles» gemeldet hatte. Von den bereits anwesenden Helferinnen werde ich herzlich in Empfang genommen und wir sprechen uns rasch ab, wer was macht. Zusammen mit Kathrin positioniere ich mich direkt beim Eingang, bewaffnet mit Teilnehmerinnenliste und Namenskleber, um die heutigen Gäste in Empfang zu nehmen. Obwohl es mein erster WE SHAPE TECH Anlass ist, begegne ich einigen bekannten Gesichtern – kein Wunder, mit der Swisscom ist mein Arbeitgeber der Host des heutigen Events.

Nach Welcome-Drink und kurzem Schwatz geht es um 18:30 Uhr los mit dem Hauptteil, der Podiumsdiskussion zum Thema «future@work». Ein brandaktuelles Thema, das mich persönlich betrifft und interessiert: Im Rahmen der Swisscom DevOps Transformation hat mein Organisationsbereich im letzten Jahr die Software Entwicklung vom Wasserfall-Model auf agile Methodik umgestellt – eine sehr spannende und lehrreiche Zeit voller Abenteuer und Experimente. Nun bin ich gespannt, was als Nächstes kommt – Welcome Future@Work!

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Brigitte Hulliger begrüsst charmant und humorvoll die gespannte Frauen-Meute, erläutert den Ablauf des heutigen Abends und gibt einen Ausblick auf zukünftige Anlässe von We Shape Tech Bern. Zudem fordert sie uns auf, fleissig vom heutigen Abend zu twittern und als Nicht-Twitter-User überlege ich mir kurz, auch hier Neuland zu begehen und einen Account einzurichten. Ich verwerfe die Idee aber schnell wieder, es würde mich schlicht zu lange ablenken und ich möchte auf keinen Fall deswegen die Podiumsdiskussion verpassen. Beruhigt sehe ich, dass andere Teilnehmerinnen bereits ihr Smartphone gezückt und die Twitter-App gestartet haben – nun kann’s also definitiv losgehen!

Nach Brigitte begrüsst uns auch der heutige Gastgeber – die Swisscom – in der Person von Elena Folini, Diversity Verantwortliche bei Swisscom. Elena gibt den Teilnehmerinnen einen kurzen Einblick zur Swisscom als Arbeitgeberin und erläutert, wo das Unternehmen heute in Bezug auf Diversity steht und was es aktuell am Meisten beschäftigt. Elenas Kernaussagen kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Swisscom beschäftigt sich aktiv mit dem Thema Diversity und ist verglichen mit anderen Unternehmen sehr weit. Mein Arbeitgeber unterstützt beispielsweise verschiedene Arbeitsformen und Arbeitszeitmodelle, Teilzeit für Männer, Work Smart und vieles mehr – und dennoch gibt es noch einiges zu tun. Gerade im Zusammenhang mit der Digitalen Transformation und den damit verbundenen Änderungen in Bezug auf Arbeitsmethodik und Stellenprofile.

Nach diesem Intro übernimmt nun Monika Blaser das Wort und startet mit der Podiumsdiskussion. Dazu hat sie vier spannende Frauen mit unterschiedlichem Background eingeladen:

  • Maja Schreiner, Senior Test Manager bei Swisscom
  • Helia Burgunder, Head of Sales bei Swisscom
  • Anna Spiess, Mediamatik Lernende way-up bei Swisscom
  • Nadja Perroulaz, Co-Founder und Partner bei Liip AG

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Die erste Frage dreht sich um die Arbeitswelt von heute und wie sie sich im Verlauf der Karrieren der vier Frauen verändert hat. Maja spricht begeistert von der Zusammenarbeit trotz örtlicher Distanz, die dank technologischem Fortschritt heute so einfach möglich ist und maximale Flexibilität für jeden Einzelnen ermöglicht. Gleichzeitig betont sie aber auch die Wichtigkeit von gemeinsamer Vision und Mindset sowie der Teamfähigkeit der Mitarbeitenden. Überraschend fällt für mich der Vergleich der Schweiz mit Serbien, Maja’s Herkunftsland, aus: Während es in Serbien ganz normal ist, dass Mädchen sich für Technik interessieren und z.B. Mathematik oder Physik studieren, sind weibliche Vertreter in diesen Domänen bei uns in der Schweiz nach wie vor akut in der Unterzahl. Die Begründung klingt logisch, stimmt aber nachdenklich: Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation ist es für die meisten Familien in Serbien nicht möglich, nur von einem Einkommen zu überleben und deswegen zwingend, dass Frau nach der Familien-Gründung rasch möglichst wieder arbeiten geht. In der Schweiz hingegen wird oftmals noch das klassische Familienmodell praktiziert: Mann geht arbeiten und bringt das Geld nach Hause, während Frau für die Kinder und das häusliche Wohl sorgt. Einmal mehr fühle ich mich bestätigt in meiner These, dass wir in der Schweiz viel zu wenig aus dem Potenzial der Frauen schöpfen!

Die nächsten Fragen richten sich an Helia, es dreht sich alles um die Veränderungen für den HR-Bereich sowie für Führungskräfte und die Frage, ob es im Zeitalter von Selbstorganisation und Holocracy beides in der heutigen Form in Zukunft überhaupt noch braucht? Helia bestätigt die Tendenz, dass Führungskräfte in agilen Organisationen vermehrt HR-Aufgaben übernehmen, findet jedoch, dass für klassische Standardprozesse wie z.B. die monatliche Lohnabrechnung, nach wie vor durch HR-Mitarbeitende durchgeführt oder alternativ automatisiert werden sollten. Auch in Bezug auf die Rolle und die Anforderungen an Führungskräfte nimmt Helia deutliche Veränderungen war, wertet die allerdings positiv. Die Hauptaufgabe der (zukünftigen) Führungskräfte sieht sie vorwiegend in Coaching, Empowerment, Motivation, Steuerung und Culture Management – und genau hier sieht Helia den Vorteil der Frauen: Dass Empathie, Authentizität und “Führen mit Herz” bei uns Frauen oftmals stärker ausgeprägt sind als bei unseren männlichen Pendants, kann durchaus zum Vorteil werden.

Anna, als jüngste in der Runde, wird dazu befragt, wie einfach oder schwierig sie es empfindet, stets am Ball zu bleiben, was neue Technologien und Methoden angeht und sich diesbezüglich neue Skills und Kompetenzen anzueignen. Lächelnd erläutert Anna, dass dies im Rahmen ihrer Lehre quasi “automatisch” passiert, da sie regelmässig Projekt und damit auch Abteilung wechselt und sich jedes Mal einer ganz anderen Herausforderung gegenübergestellt sieht. So locker, wie Anna das erzählt, nimmt man ihr gerne ab, dass ihr diese stetige Veränderung Freude bereitet. Ein bisschen hegt Anna sogar die Befürchtung, dass sie sich nach Abschluss ihrer Lehre langweilen könnte, sobald sie fix in einer Abteilung arbeitet und nicht mehr derselben Vielfalt ausgesetzt ist wie während der Ausbildung. Ich bin sicher, für talentierte Frauen wie sie wird immer wieder ein Türchen aufgehen und Anna wird die Langeweile erfolgreich umgehen können!

Weiter geht es mit Nadja, der einzigen Nicht-Swisscom-Vertreterin in der heutigen Diskussion. Die Fragen an Nadja drehen sich allesamt um Holocracy, da dieses Zusammenarbeitsmodell seit 2015 in ihrer Unternehmung, der Liip AG, praktiziert wird. Nadja erzählt uns von Anfangsschwierigkeiten, besonders auch von ihrer Seite. Als Co-Founderin war die Firma immer ihr “Baby” und plötzlich musste sie lernen, loszulassen und die Entscheidungen von anderen nicht nur zu akzeptieren, sondern auch zu vertreten. Spannend wird die Diskussion um die Lohnpolitik bei Liip: Leistungslohn sucht man hier vergebens, die Entlöhnung erfolgt nach allgemeinen und für alle gleichermassen gültigen Kriterien. Auch Zusätze wie Erfolgsanteil sind für alle Mitarbeitenden gleich. Der Gedanke dahinter ist, dass sich die Performance der Teams ausgleichen soll – mal performt Team A besser, in der nächsten Phase wieder Team Z. Den nächsten grossen Schritt hat das Unternehmen vor zwei Monaten gewagt, indem es sämtliche Löhne für alle Mitarbeitenden offengelegt hat – inklusive entsprechender Kriterien dahinter (z.B. Ausbildungen, Berufserfahrung, Softskills). Eine spannende Reise, die das Unternehmen schon hinter sich hat und ich bin gespannt, was der nächste Schritt ist. Nadja geht davon aus, dass es in naher Zukunft keine radikale Veränderung des Arbeitsmodells geben wird, sondern weiter an der Ausarbeitung des Holocracy Modells gearbeitet wird. Da wünschen wir doch gutes Gelingen!

Auf die Frage, was die Frauen denken, wie lange es die Diversitäts-Diskussion noch braucht, sind sich alle einig: Wir sind erst am Anfang. Nach wie vor müssen Frauen sich mehr “behaupten” und immer wieder beweisen, was in ihnen steckt. Was dabei nicht hilft, ist das ausgeprägte Konkurrenzdenken, welches zwischen Frauen oftmals herrscht. Vielmehr sollten wir Frauen einander unterstützen, besonders in Führungspositionen, z.B. durch Mentoring und mit Hilfe von Netzwerken wie We Shape Tech.

Und schon sind wir am Ende der Diskussion angelangt und Monika schliesst mit einem herzlichen Dank an die vier Frauen auf der Bühne.

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Meine persönlichen Take-Outs von der Diskussion:

  • In der Schweiz wird nach wie vor zu wenig unternommen, um das Potenzial von Frauen auszuschöpfen. Beispielsweise herrscht nach wie vor die allgemeine Meinung, dass Karriere und Kinder nicht miteinander vereinbar sind, weswegen viele sehr gut ausgebildete Frauen sich mit der Rolle der Hausfrau und Mutter zufriedengeben.
  • Wir Frauen sollten uns mehr zutrauen und unsere weiblichen Eigenschaften – wie z.B. Herzblut, Emotionen und Empathie – vielmehr zu unseren Gunsten nutzen. Weiter müssen wir das ewige Konkurrenzdenken überwinden. Wenn wir uns gegenseitig unterstützen und pushen, hilft das am Ende allen Frauen.
  • Wir haben nie ausgelernt! Um uns gut positionieren zu können, sind sowohl ein gesunder Wissensdurst und Neugierde als auch die Bereitschaft, sich stetig weiterzuentwickeln und Neues zu lernen, unabdingbar.
  • Holocracy ist ein spannendes System mit vielen Vorteilen. Aber es bedingt, dass man (Fehl-)Entscheide von anderen akzeptieren und mittragen kann sowie, dass man bereit ist für die volle Transparenz in allen Bereichen und die auch unterstützt.

Für mich war die Diskussion sehr spannend, wir durften vier starke und einzigartige Frauen kennenlernen, die einen noch ganz am Beginn ihrer Karriere, andere in Führungspositionen, die sie ohne viel Können, Durchhaltewillen und Herzblut nicht hätten erlangen können.

Beim anschliessenden Apéro können die Teilnehmerinnen die angeregte Diskussion noch weiter vertiefen und den Abend bei einem kühlen Bier und leckeren Häppchen ausklingen lassen. Ein insgesamt sehr gelungener Anlass mit spannenden Einblicken in die Arbeitswelt der Zukunft und was dies für uns Frauen bedeutet.

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Recap WST Roundtable with EO Schweiz: «Wie gewinnt man mehr Frauen?»

von Aileen Zumstein, Board Member We Shape Tech Basel

Allein auf weiter Flur – als Frau bis heute keine Seltenheit in der Tech-Branche. Obwohl das Thema Diversität in aller Munde ist, scheint die Umsetzung noch in weiter Ferne zu liegen. Auch die Unternehmerorganisation EO kämpft in der Schweiz mit einem geringen Frauenanteil. Wie man dies ändern kann, war Ende April Thema eines gemeinsamen Roundtables von EO Schweiz und WE SHAPE TECH in Zürich.

Ob in der Ausbildung, im Arbeitsalltag, auf Veranstaltungen und Konferenzen; oft kann man die anwesenden Frauen an einer Hand abzählen. Diversität wird zwar überall thematisiert und über potentielle Lösungen diskutiert, im (Berufs)Alltag ist sie aber auch 2018 noch längst nicht angekommen.

Doch selbst ist die Frau: von Unternehmerinnen und Mitarbeitenden der Tech-Branche gegründete Netzwerke wie WE SHAPE TECH setzen in der männerdominierten Branche ein Zeichen. Frauen vernetzen sich und nutzen zunehmend ihre eigenen und die neu geschaffenen Netzwerke, um gemeinsam weiterzukommen.

Ende April haben sich WE SHAPE TECH, vertreten durch alle Chapter (Zürich, Bern, Basel) und die Unternehmerorganisation EO in Zürich zu einem gemeinsamen Roundtable getroffen und diskutiert, wie sich der geringe Frauenanteil – 9% – bei EO erklären lässt und was man konkret dagegen tun kann.

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Women on Board
Wie in der Geschäftsleitung oder im Verwaltungsrat, sollen auch in einem Board eines Vereins oder NGO Frauen Mitglied sein. Es braucht Frauen in der Führung und solche, die eine Leadership Rolle einnehmen. Männerlastige Boards ziehen weniger Frauen an. Das Gleiche gilt bei Anlässen. Wenn das Programm weibliche Speakers und Podiums Teilnehmerinnen beinhaltet, zieht es automatisch mehr weibliche Teilnehmende an. Das ist aus verschiedensten Studien bekannt.
“Women follow women”
Rasch kamen die Teilnehmerinnen seitens WE SHAPE TECH auf die mangelnde Präsenz von Frauen bei der Entrepreneurs’ Organisation EO zu sprechen. Zudem braucht es Botschafterin, die EO nach aussen tragen. Wer weitere Frauen in seiner Organisation haben möchte, sollte die bereits engagierten Frauen prominent gegen aussen auftreten lassen. Auch die Kommunikation spielt eine grosse Rolle. Organisationen können Frauen mit gezielter Kommunikation ansprechen.

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Anreize für Mitglieder
Nebst gezielter Kommunikation der Organisation nach aussen, braucht es auch das Engagement der bestehenden Mitglieder. Diese sind für die Anwerbung von weibliche Mitgliedern zentral ist: denkbar wäre beispielsweise ein Anreizsystem, damit diese aktiv mit Frauen in ihrem unternehmerischen und privaten Umfeld über EO sprechen und sie einladen, sich selbst einen Eindruck von der Organisation zu machen.

Wir wünschen EO viel Erfolg bei der Umsetzung und danken allen Teilnehmenden für die Inputs an diesem Roundtable.

ANDREA BERSET

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Every month we ask one individual in our network a few questions about their way into tech, their motivation and their lessons learned.

What valuable advice did you get from your parents?

I think it isn’t one single advice I got from my parents. It’s the attitude of trust and self-confidence they lived and demonstrated every day to us kids. And they gave us love and showed us how to be respectful and kind. If you are fitted with a basic trust then almost everything is possible!

What aspects of work are you proudest of?

In 2015 I started to think about founding my own company. At that time it was all around visualisation and I offered workshops and courses about this subject. I knew that this wasn’t enough and I was interested in humans and their roles in different systems they are living in. So I started a CAS in Coaching and soon recognised, that those two subjects (which are both big passions of mine) can be well connected.

So I think I’m proud of myself that I had the courage to figure out what really matters to me and the intention to follow my goals and dreams. Today I have my own company www.kimia.ch and I am able to do what I love.

What drives you at work?

I think it is my curiosity and the natural interest in people and stories. And the fact that I want to get out the best of every situation, for my clients and their needs.

What has been the toughest challenge you faced while working?

I think it is the fact that you have to get out of your comfort zone again and again and again. Every new job is a challenge. New people, new needs, new settings.  With a good backpack of skills, experiences and methods and with enough self-confidence you are able to face these challenges without breaking down.

What advice would you give other women?

You should be able to get out of your comfort zone every now and then and move further on in the learning zone – every single day.

Miriam Gantert

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Every month we ask one individual in our network a few questions about their way into tech, their motivation and their lessons learned. Since Miriam left the We Shape Tech Berne Board in the end of 2017 we held this interview with her.

Let’s start from the beginning. Tell us about where you’re from!

I grew up in Munich, but moved to Zurich when I was 18 to study physics at ETH – that’s 14 years ago. After finishing my studies and doing a bit of travelling, I worked in IT for 5 years, as a consultant and project manager. In spring 2013 I moved to Bern, where I live now and co-founded the Impact Hub Bern in 2016.

What valuable advice did you get from your parents?

«Damit gewinnt man kein Blumentopf» was one of my mother’s favorites. That stuck with me: it’s about what you accomplish, not about being «nice» or «pretty». My mother is a hard working business women to this day, so I never felt like there were things that women just can’t or shouldn’t do.

The second thing I take from my upbringing is, that those who have, should give – be it money time or abilities.

How did you become interested in tech?

As a child I loved going to the all the science and technology museums in Munich with my father. He took great pride in explaining everything to me and I enjoyed all the interactive displays, pushing all the buttons… I guess that is what still interests me most: understanding how things work.

What aspects of your work are you proudest of?

Founding and building up the Impact Hub Bern is the best work I’ve ever had and a lot more than just a job. I’m proud of what we’ve managed – but we as team, not me as individual!

What drives you at work?

The people I work for and the people I work with have always been my incentive. Right now at the Hub: The great freedom of shaping this place, community and business. Not having to sell a product I don’t believe the world really needs, but instead promoting something that makes sense to me.

What has been your toughest challenge you faced while working in tech?

Having to be around guys every day, all day long for 10 years…just kidding, but I do enjoy having a few women around now! It’s just a different set of conversations.

To be honest, I never felt disadvantaged by being a women in tech, so my challenges were those of all who are young and inexperienced in a job. Sure, there’s always a few stupid remarks, especially from older men, but usually it’s more an incapability of how to interact with women than bad will. I always felt I earned their respect in the end.

What advice would you give other women in tech?

Whether in tech or else were: Do what you want to do and stand up for yourself, by asking for the wage you think you should be paid, applying for that leadership position and letting people know when their behaviour is out of order.