Lebenswege – ein Abend mit Barbara Marti & Susanne Ruoff

 

WST_Lebenswege_Bern

Studium oder Lehre? Und wenn ja, welches oder welche? Im Heimatort bleiben oder in die Ferne ziehen? Kinder – jetzt, später oder nie? Weltreise oder Beförderung? Heiraten? Scheiden lassen? Teilzeit oder Kündigung?

Jeder von uns hat tausende von kleinen und grossen Entscheidungen getroffen, die uns dahin geführt haben, wo wir heute stehen und unseren persönlichen Lebensweg definieren. Sie beruhen auf Überlegungen und Überzeugungen; Zufällen und Chancen; manchmal auch externen Einflüssen und Zwängen. Oft wird uns vermittelt, dass diese möglichst linear, stetig nach oben weisend sein sollen – so soll der CV aussehen. Doch die Realität ist eine andere: Unterbrüche, Umwege, Richtungswechsel sind ein wesentlicher Bestandteil der meisten Lebensläufe, wie unsere Gäste der bisherigen We Shape Tech Bern Anlässe unter Beweis stellen:

  • Hanna Muralt-Müller starte als Primarlehrerin und fand dann den Weg zur Vize-Bundeskanzlerin
  • Anaïs Sägesser stieg immer wieder bewusst aus dem vorgeplanten Karriereweg aus, um sich mehr für einen nachhaltigen Lebensstil auf allen Ebenen einzusetzen
  • Die super Frauen der Powercoders (z.B. Mannar Hielal) wurden durch Flucht aus ihrem Land zu einem neuen Leben gezwungen und zeigen eindrücklich, wie es eben auch ganz anders gehen kann.
  • Wir drei vom WST Vorstand Bern selbst: Sombra kehrte Spanien den Rücken und kam in die Schweiz; Brigitte ist seit einem Jahr selbstständig unterwegs; und wie ich von der Physik über die IT zur Impact Hub Gründung fand ist auch eher verschlängelt.

Bei unserem letzten Event «Lebenswege» am 6. September widmeten wir uns nun ganz diesem Thema und durften von zwei erfolgreichen Tech-Frauen mehr über ihren Weg erfahren:

Barbara Marti genoss eine «Informatik Schnellbleiche»

Barbara Marti studierte ursprünglich Physik – dabei gab es eine Informatik «Schnellbleiche». Als Quereinsteigerin wurde sie dann bei der PostFinance in 6 Wochen zur Programmiererin ausgebildet. Ihrem Arbeitgeber blieb sie treu: Seit 28 Jahren ist sie in der PostFinance IT unterwegs, inzwischen als Leitern IT Application Management.

Susanne Ruoff beeindruckt von Anfang an mit ihrer sympathischen und dennoch sehr klaren Art: Keine fünf Minuten nach ihrem Eintreffen sind wir per Du. Und auch das knackende Headset beim Interview meistert sie mit Nonchalance: wirft den Kopf-Bügel über die Schulter und nimmt stattdessen das schwere Mikro in die Hand.

Damentoiletten? Brauchte es bisher nicht

Ihre eigene IT Karriere begann damit, dass sie als Primarlehrerin Stundenpläne in BASIC programmierte. Frauen in der IT: Das ist zwar immer noch eine Seltenheit, früher nahm das jedoch ganz andere Formen an. So erzählt Susanne Ruoff wie sie in ihrer Anfangszeit bei IBM in einem Rechenzentrum in Deutschland arbeitete und endlos auf der Suche nach einer Toilette war. Bis sie den Hauswart fragte, wo denn die Damentoilette sei. Dieser schaute sie etwas verdutzt an und musste eingestehen, dass es eine solche hier nicht gibt. Doch man fand einen «Workaround»: Ein kleines Schild, auf der einen Seite «Mann» auf der anderen «Frau», dass Susanne Ruoff bei Bedarf anbringen konnte.

Dass Kinder und Karriere kein Ausschlussprinzip sind, beweist nicht nur Susanne Ruoff sondern zeigt sich bei vielen der anwesenden Frauen: ungefähr die Hälfte streckt auf, bei der Frage wer Mutter ist. Damit Arbeit und Familie vereinbar sind, muss man den richtigen Partner finden: Susanne Ruoffs Mann ist Winzer und konnte so mehr Zeit zu Hause mit der Familie verbringen. Deshalb ist allgemein wichtig, Teilzeitarbeit bei Männern zu fördern. Dadurch wird automatisch auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei Frauen gefördert.

CEO Post – Kein 9-to-5 Job

Auf die Frage, wie viel sie denn arbeite, antwortet Susanne Ruoff, dass ihre Tage um 5:00 Uhr starten und um Mitternacht enden. Das war denn auch einer der Hauptgründe, weshalb viele beim anschliessenden «Speed Dating» meinten, sie würden lieber nicht mit ihr tauschen: Es wäre ihnen einfach zu viel, vor allem weil nicht jede(r) die beneidenswerte Fähigkeit besitzt, einfach auch mal abzuschalten.

Wir nehmen auch mit, dass Netzwerken wichtig ist und die relevanten Gespräche erst «später» oder «noch später» stattfinden. Das wurde auch in die Tat umgesetzt und beim anschliessenden Apéro wurden fleissig Verbindungen geknüpft, die Softeis Maschine repariert und neue Event-Ideen erdacht…bis wir aus Security bedingten Gründen gehen mussten: Ein Event im Rechenzentrum der PostFinance hat auch seine Tücken.

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