Vier Frauen, Vier Wege – Vorbilder unserer Zeit

Von Sonja Bichsel

Licht fällt leise durch die Fenster des neuen Tamedia Gebäudes und lädt einen bis zum letzten Platz gefüllten Saal dazu ein, vier Frauen und ihren Wegen zu folgen, die so unterschiedlich verlaufen sind wie Tag und Nacht und doch den Erfolg gemeinsam haben.

Noch wichtiger als auf eine Änderung im Verhalten der Männer zu warten, betonte Gaby Stäheli, sei es, dass Frauen sich gegenseitig unterstützen. Dazu gehört das regelmässige Netzwerken genauso wie das Einüben von Präsentationen sowie die gegenseitige Unterstützung in Projekten und zudem Lösungen für den Arbeitsalltag zu finden, der Frauen entgegenkommt. Job-Sharing vorzuschlagen und dies auch in Firmen umzusetzen, für die das noch Neuland ist. Insbesondere rät sie Frauen, das alles mit Weitsicht umzusetzen, lange bevor es zur dringenden Notwendigkeit wird. Melanie Kovacs erinnert in diesem Kontext daran, dass es Frauen oft besonders schwer fällt, um Hilfe zu bitten und dass auch hier das Netzwerken helfen kann. Sie wünscht sich mehr Gründerinnen in der Gründerszene. Frauen die sich trauen ihre Ideen vorzustellen, auszuprobieren und Teams aufzubauen und zu leiten. Auf die Frage ob sie als Unternehmerin besonders risikofreudig sei antwortet sie lachend mit “Nein”. Vielmehr glaubt sie, dass es Sicherheit ohnehin nicht mehr gäbe. Auch den Job kann man verlieren und wenn’s nicht klappt dann lässt sie sich eben wieder einstellen. Was sie antreibt ist zu wissen, dass es ohne sie die Umsetzung ihrer Idee ein Coding Bootcamp zu gründen, nicht gegeben hätte und dafür legt sie sich gerne ins Zeug. Dabei rät sie zukünftigen Unternehmerinnen klein anzufangen: statt gleich ein Restaurant aufzumachen, erstmal mit einem Streetfood Stand zu experimentieren und zu sehen was passiert._GEB6583
Worüber sich alle Panelistinnen einig sind, dass es dringend Zeit wird aufzuhören sich unter Frauen gegenseitig “anzuzicken”. Insbesondere in der Schweiz wird die arbeitende Mutter immer noch als Rabenmutter, die ihre Kinder “fremdbetreuen” lässt an den Pranger gestellt. Ursula Keller fügt lachend hinzu, dass ihre heute erwachsenen Kinder von anderen lässigen Leuten mitbetreut worden sind und sie froh war, Amerika Vorbilder gehabt zu haben, die Kinder und Karriere gut organisiert unter einen Hut bekommen haben. Gaby Stäheli findet es genauso daneben, Mütter zu kritisieren, die sich dafür entschieden haben, ihre Kinder selbst zu betreuen oder Teilzeit zu arbeiten. Die Energie, könnte man viel besser zur gegenseitigen Unterstützung aufbringen könnte. Und dafür sorgen, dass Frauen noch sichtbarer werden auch wenn es um Preise geht und gute Stellen. Die mutig anzunehmen und dann die Ärmel hochzukrempeln und zu zeigen was man kann.Beim anschliessenden Apéro brummt der Tamedia Saal wie ein Bienenkorb, bevor die Panelistinnen und Teilnehmerinnen gleichsam inspiriert in den ersten lauen Frühlingsabend ausschwärmen.

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